Was ist Klinisches Risikomanagement?


Unter Klinischem Risikomanagement versteht man "ein Präventionssystem, das Risiken bei der Patientenversorgung reduzieren soll und die Zielsetzung der ständigen Verbesserung der Behandlungsqualität und Patientensicherheit verfolgt, sowie der Abwehr ungerechtfertigter Anspruchsstellungen von Patienten gegen die Institution Krankenhaus dient." (Führing, 2004).

Es geht hierbei um

  • die Erfassung tatsächlicher Schadensereignisse
  • die Identifizierung und Bewertung potentieller Risiken
  • die Umsetzung risikopräventiver Maßnahmen
  • die Förderung des Risikobewusstseins bei Mitarbeitern (um diese für mögliche Gefahrenquellen zu sensibilisieren und eine stärkere Identifikation des Einzelnen mit seiner Aufgabe zu bewirken)
  • das Lernen aus einmal begangenen Fehlern (intern aber auch einrichtungsübergreifend), um Wiederholungen zu vermeiden.
Klinisches Risikomanagement dient zum einen der Patientensicherheit zum anderen aber auch eine Absicherung der Beschäftigten im Krankenhaus und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens im Falle einer Anspruchstellung.


Warum Klinisches Risikomanagement?


Die Forderung nach mehr Sicherheit in der Behandlung wächst mit jedem Schadensfall, über den in den Medien berichtet wurde.
Das Gesundheitswesen zeichnet sich durch eine wachsende Komplexität aus. Diese Komplexität birgt Risiken. Eine zunehmende Spezialisierung von Fachbereichen erfordert eine abgestimmte, lückenlose Zusammenarbeit und Informationsweitergabe aller Berufsgruppen, sowie geplante, zielsichere und zeitnahe Ausführung von Maßnahmen über Einrichtungsgrenzen hinweg. Ziel muss es sein, dass "System Gesundheitswesen" sicher zu gestalten. Dies erfordert die Beteiligung aller Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Um Fehler zu analysieren und die Qualität der Therapie zu verbessern, müssen sich alle Einrichtungen des Gesundheitswesens als ein System begreifen, in welchem verschiedene Einrichtungen und unterschiedliche Professionen zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Zur Verbesserung der Patientensicherheit muss sich eine Entwicklung zur sicheren Organisation, ja zu einem sicheren Gesundheitswesen vollziehen, da ja gerade an den Schnittstellen (z.B. zwischen ambulantem und stationärem Bereich, im Rahmen der Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen) Risiken für den Patienten oder Bewohner entstehen.
In komplexen Systemen entstehen Fehler in der Regel nicht aufgrund einer einzelnen Ursache, sondern durch Verkettung mehrerer Ursachen. Entsprechend komplex sehen auch Lösungen und Maßnahmen zur Problembeseitigung aus. Daher gilt es in Ursache-Wirkungs-Ketten zu denken.


Was ist zu tun?


Die Einführung eines Risikomanagementsystems bietet die Chance, die gesamte Einrichtung kritisch zu durchleuchten. Auf diese Weise können Schwachstellen identifiziert und unter dem Aspekt der Fehlervermeidung beseitigt werden.
Für den Aufbau eines einrichtungsinternen Risikomanagements können Einrichtungen des Gesundheitswesens auf bewährte Methoden, Techniken und Erfahrungen aus anderen komplexen, risikoreichen Organisationen und Bereichen, wie z.B. die Luft- und Raumfahrt, zurückgreifen. Natürlich lassen sich nicht alle Aspekte aus diesen Bereichen unverändert übernehmen, aber für viele Fragestellungen, wie z.B. Aufbau und Einsatz von Meldesystemen, bilden die dort gewonnene Erfahrungen eine gute Grundlage für Anpassungen und Weiterentwicklungen.
Grundsätzlich werden immer die folgenden Schritte des Risikomanagement Prozesses durchlaufen.


Risikomanagement-Prozess


Wie sicher ist Ihr Krankenhaus, Ihre Pflegeeinrichtung, Ihre Praxis?


Vor Fehlern ist niemand sicher.
Das Kunststück besteht darin, denselben Fehler nicht zweimal zu machen.
(Edward Heath)

Zunächst gilt es die eigenen Risiken zu erkennen, zu bewerten um schließlich Maßnahmen zur Risikobewältigung und Steuerung ableiten zu können. Im Rahmen der Risikoanalyse gilt es ist eine realistische Bestandsaufnahme der Risikosituation der Einrichtung vorzunehmen, um hieraus Maßnahmen zur Beseitigung von festgestellten Schwachstellen ableiten zu können. Es werden üblicherweise die folgenden Bereiche begutachtet:

  • Organisation und Struktur der Einrichtung
  • Dokumentation
  • Aufklärung
  • Arbeitsabläufe der Patientenversorgung
Aus dem Ergebnis der Risikoanalyse und -bewertung werden der Handlungsbedarf festgestellt, eine Prioritätenliste nach Dringlichkeit erstellt und Maßnahmen zur Beseitigung der festgestellten Mängel überlegt. Diese Maßnahmen gilt es dann umzusetzen und auf ihre Wirksamkeit hin zu bewerten.
Einen ersten Eindruck zu den Themenbereichen soll Ihnen der Auszug aus unser "Fragenkatalog zur Risikoanalyse" geben.


Was können wir für Sie tun?


  • Durchführung einer Risikoanalyse in Ihrer Einrichtung oder einer Abteilung/Bereich
    • auf Wunsch in einem interprofessionellen Team aus Ärzten und
    • Mitarbeitern der Pflege
  • Unterstützung beim Aufbau eines einrichtungsinternen Risikomanagementsystems
  • Einführung eines Critical Incident Reporting Systems

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